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Drohnen und gezielte Tötungen

Die  Sendung „Streitkräfte und Strategien“ des NDR vom 8. September 2018 (hier das Manuskript) berichtet ausführlich über Verlauf und Stand der internationalen Verhandlungen über ein Verbot autonomer Waffen

überwiegend anhand von O-Tönen von Frank Sauer von der Bundeswehr-Universität in München, der an der Konferenz in Genf teilgenommen hat. Demnach seien die Verhandlungen ins Stocken geraten: „Also im Lichte der letzten Woche würde ich sagen, wir sind zumindest in die Sackgasse eingebogen. Meine Hoffnung wäre natürlich, dass es da noch eine Abzweigung gibt, die wir zurzeit noch nicht sehen und die die Staatengemeinschaft dann gemeinsam nehmen kann. Die Fronten beginnen sich zu verhärten, obwohl es an sich um noch nichts geht“. Sauer beschreibt auch die internationalen Positionen: „Verbotsgegner sind insbesondere die USA und Russland. Es sind noch einige andere Staaten, Australien z.B. hat sich dahingehend hervorgetan, aber ich denke, am lautesten in dem Raum sind die USA und Russland. Und die Verbotsbefürworter, also diese Gruppe von 26 oder 25 Staaten – China ist ein bisschen ein Wackelkandidat – werden von Österreich angeführt. Dazu gehören auch noch eine Reihe weiterer Staaten. Insbesondere Brasilien und Chile haben sich letzte Woche sehr hervorgetan“.

Quelle:   IMI-aktuell  2018/513   vom 11.September 2018

IMI-Analyse 2018/21 | Marius Pletsch | 31. Juli 2018

Es hat deutlich länger gedauert, als das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) eingeplant hatte, doch seit dem 13. Juni 2018 ist klar: die Bundeswehr wird ab 2020 erstmals Drohnen einsetzen können, die grundsätzlich auch bewaffnet werden können.[1] Dieser Entscheidung geht eine mindestens vierjährige Geschichte voraus, die zu diesem Punkt geführt hat. Und eine entscheidende Frage bleibt vorläufig ungeklärt: die der Bewaffnung.

Wie es zu der Entscheidung kam – Ein Rückblick ………

 

http://www.imi-online.de/2018/07/31/heron-tp-fuer-die-bundeswehr-erstmal-ueberwachen-toeten-spaeter/

von Joanna Frew  | veröffentlicht  in  "Luftpost"

Deutsche Übersetzung:  "Luftpost"  vom 22.6.2018

link drone wars uk

Mit Schreiben vom 11.6.2018  an die Abgeordneten der SPD im Bundestag nahm das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)  Stellung gegen die Anschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen

hier das Schreiben als pdf

EKD-Friedensbeauftragter vom 11.6.18: Anschaffung von Drohnen nochmals überdenken

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, steht der Absicht der Bundesregierung, die Bundeswehr mit waffenfähigen Drohnen auszustatten, „sehr kritisch“ gegenüber. „Hier sind völkerrechtliche, aber auch ethische Fragen in Bezug auf Kampfdrohnen noch völlig ungeklärt, um eine solche Entscheidung zu treffen“, warnt der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche. Zudem stehe damit längerfristig auch im Raum, dass Deutschland dem Trend zu automatisierten und autonomen Waffensystem Vorschub leiste. Hier seien aber internationale Vereinbarungen über eine Ächtung dieser Waffensysteme nötig, so Renke Brahms…...

https://www.evangelische-friedensarbeit.de/artikel/2018/ekd-friedensbeauftragter-anschaffung-von-drohnen-nochmals-ueberdenken

 

PM pax christi - Kommission Friedenspolitik vom 12.6.18:  "Nein zur Beschaffung bewaffnungsfähiger Drohnen"

hier das Schreiben an die Abgeordneten des Bundestags als pdf

 

Schon am 5.6.18 erschien "Kampfdrohnen aus Israel - Tabubruch durch die Hintertür"

von Werner Sonne | Cicero vom 5. Juni 2018

Bewaffnete, unbemannte Kampfdrohnen galten im Bundestag bisher als unmoralisch. Doch jetzt bestellt Deutschland Drohnen aus Israel. Diese sind kampffähig und dürften deswegen nicht eingekauft werden. Aber mit einem Trick hat die Große Koalition das umgangen

https://www.cicero.de/aussenpolitik/kampfdrohne-israel-deutschland-militaer-bundestag

Von Thomas Wagner in junge Welt vom 22.11.17

Nach wie vor gibt es kein Verbot von intelligenten Mordmaschinen. Entsprechende Beratungen der Vereinten Nationen in der vergangenen Woche blieben vorerst ergebnislos. Von Montag bis Freitag hatten in Genf Regierungsvertreter aus 100 Staaten über die Ächtung autonomer Waffensysteme debattiert. Am Ende einigten sie sich nur darauf, im nächsten Jahr weiter verhandeln zu wollen.

https://www.jungewelt.de/artikel/322202.wer-stoppt-die-killerroboter.html

 

aus german foreign policy - newsletter vom 23.10.2017

Das Kommando Heer treibt die Debatte über den Einsatz unbemannter, zum Teil autonom operierender Waffensysteme mit einem neuen Thesenpapier voran. Das Papier.... soll den "Auftakt für das zu erstellende 'Operationskonzept für Landstreitkräfte'" bilden und nicht zuletzt im Bundestag um Zustimmung zu kostspieligen Aufrüstungsvorhaben werben. Dazu stellt es mögliche Szenarien künftiger Landkriege dar, die am Beispiel etwaiger Kämpfe russischer Truppen gegen NATO-Einheiten im Baltikum beschrieben werden.

Eine bedeutende Rolle spielen in den Kriegsszenarien des Deutschen Heeres Drohnenschwärme. Deren vielfältiger militärischer Nutzen wird seit geraumer Zeit systematisch erforscht und erprobt.

In der Ukraine hat der staatliche Rüstungskonzern Ukroboronprom ein großes unbemanntes und multifunktionales Kampffahrzeug mit dem Namen "Phantom" entwickelt          telepolis vom14.10.17

Die neueste Version "Phantom 2" wurde gerade auf der Waffenmesse AUSA (Association of the US Army) in Washington vorgestellt. Nächstes Jahr, so wird gemunkelt, könnten die Bodenkampfroboter bereits in den Kampf im Donbass ziehen und damit erstmals nach dem schon lange anhaltenden Drohnenkrieg einen Bodenroboterkrieg beginnen.

Das gepanzerte unbemannte Bodenfahrzeug (UGV) mit 8x8 Rädern kann mit verschiedenen Waffen ausgerüstet werden und wird bis zu einer Distanz von 20 km über Funk oder über ein 5 km langes Glasfiberkabel gesteuert. Die Reichweite beträgt 120 km, die Höchstgeschwindigkeit fast 60 km/h. Grundausstattung scheinen ein Maschinengewehr, ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem MLRS RS-80 und zwei Abschussrohre für Panzerabwehrraketen zu sein. Gedacht ist das taktische UGV offenbar für den Einsatz in Städten, um Kampf- oder Aufklärungsmissionen durchzuführen, Munition zu transportieren oder Verletzte aus dem Schlachtfeld zu holen.

https://www.heise.de/tp/features/Wird-der-ukrainische-Bodenkampfroboter-naechstes-Jahr-im-Donbass-eingesetzt-3861806.html

Jürg Müller-Muralt  /  23. Sep 2017 | in: info-sperber

«Chirurgisch präzis» war der Drohnenkrieg in Afghanistan noch nie. Im Gegenteil: Er fordert immer mehr zivile Opfer.

https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Die-anonymen-Opfer-des-Drohnenkriegs

US-Präsident Trump will einer NBC-Recherche zufolge eine weitere Entscheidung seines Amtsvorgängers aufheben und der CIA wieder größere Autonomie bei der Planung und Durchführung von Drohnenangriffen in vielen Ländern einräumen

"The White House also is drafting a new written policy on counterterrorist operations outside of war zones that would supercede the so-called drone playbook that the Obama administration had hoped would govern the decisions of future presidents, several officials said. The drone playbook, known as the Presidential Policy Guidance, or PPG, includes a provision that no strike should go forward unless analysts determine that there is a near-certainty that no civilians will be harmed. And it includes a provision forbidding the addition of new detainees to the U.S. prison in Guantanamo Bay, Cuba. The Trump administration is contemplating removing both of those restrictions, officials involved in the planning told NBC News. These developments concern human rights activists, who argue that the CIA is less accountable than the military."

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https://www.nbcnews.com/news/military/trump-admin-wants-increase-cia-drone-strikes-n802311

Die Zahl der durch Luftschläge getöteten Zivilisten soll ansteigen, US-Armee hat eine neue Taktik zum Einsatz von Kampfdrohnen im Stadtkampf entwickelt

23. August 2017 Florian Rötzer bei telepolis

 

https://www.heise.de/tp/features/Drohnenkrieg-in-Raqqa-3810541.html

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