Am 2. September 2020 veröffentlichte die Bundesregierung ihre Leitlinien für die künftige Unterstützung der US-Politik im indo-pazifischen Seegebiet

Das Dokument umfasst 72 S. und kann als  pdf-Datei heruntergeladen werden (s.u.) .

Hier einige Auszüge zur Einstimmung:

S. 8:  Als global agierende Handelsnation und Verfechter einer regelbasierten internationalen Ordnung hat Deutschland – eingebettet in die Europäische Union – ein hohes Interesse, an den Wachstumsdynamiken Asiens zu partizipieren und an der Gestaltung des Indo-Pazifiks sowie der Umsetzung globaler Normen in regionalen Strukturen mitzuwirken. Umso wichtiger ist die Selbstvergewisserung über Interessen und Prinzipien sowie die zentralen Gestaltungsfelder deutscher Politik in der Region. Die vorliegenden Leitlinien sollen dies leisten. Die Leitlinien sollen Anknüpfungspunkte und Angebote für die Zusammenarbeit mit Partnern in der Region aufzeigen und zu einer künftigen EU-Gesamtstrategie beitragen.

S. 9:  In ihrer Politik zum Indo-Pazifik lässt sich die Bundesregierung von folgenden Interessen leiten:

Frieden und Sicherheit: Im indo-pazifischen Raum liegen mit China, Indien und Pakistan drei Nuklearmächte, ferner Nordkorea mit einem Nuklearwaffenprogramm; hinzu kommen die USA und Russland als Pazifikanrainer sowie Frankreich und Großbritannien mit indo-pazifischen Territorien. Neben zunehmenden geopolitischen Spannungen und offen ausgetragenen Machtrivalitäten gibt es zahlreiche umstrittene Grenzverläufe, schwelende innere und grenzüberschreitende Konflikte mit erheblichen Flüchtlingsbewegungen sowie Netzwerke des regionalen und des internationalen Terrorismus, die sich negativ auf die globale Stabilität sowie auf unsere Interessen in der Region auswirken können. ….

Offene Seewege: Mehr als 90 Prozent des welt-weiten Außenhandels werden auf dem Seeweg abgewickelt, davon ein Großteil über den Indischen und Pazifischen Ozean. Bis zu 25 Prozent des seewärtigen Welthandels gehen durch die Straße von Malakka: Auf täglich mehr als 2.000 Schiffen werden durch dieses Nadelöhr Handelsgüter zwischen dem Indischen Ozean und dem Südchinesischen Meer transportiert. Eine Beeinträchtigung dieser Seehandelswege und damit der Lieferketten von und nach Europa hätte gravierende Folgen für Wohlstand und Versorgung unserer Bevölkerung. …..

S. 11: Regelbasierte Ordnung: Auch im indo- pazifischen Raum darf nicht das Recht des Stärkeren, sondern muss die Stärke des Rechts den Ausschlag geben. Dies gilt auch für die Schifffahrtswege durch den Indischen Ozean und den Pazifik. Das VN-Seerechtsübereinkommen als umfassender maritimer Ordnungs- und Kooperationsrahmen und die darin festgeschriebenen Schifffahrtsfreiheiten haben universelle Geltung. Deutschland ist bereit, einen Beitrag zur Durchsetzung von Regeln und Normen in der Region zu leisten. Auch in anderen Bereichen wie Umwelt, Arbeit und Handel, Umgang mit Pandemien, Menschenrechte oder Rüstungskontrolle lassen sich Fortschritte am ehesten durch regionale oder internationale Regelwerke und Strukturen erzielen …..

S.15: Die Bundesregierung wird ihr sicherheitspolitisches Engagement im Indo-Pazifik ausweiten. Hierzu wird sie sich an Maßnahmen zu Schutz und Sicherung der regelbasierten Ordnung im Indo-Pazifik wie etwa der Sicherung der Prinzipien des VN-Seerechtsübereinkommens oder auch der Überwachung der VN-Sanktionen gegen Nordkorea beteiligen,∙die sicherheits- und verteidigungspolitische Kooperation in der Region mit ihren Partnern ausbauen. Dies kann die Teilnahme an sicherheitspolitischen Foren, die Teilnahme an Übungen in der Region, gemeinsame Evakuierungsplanungen, die Entsendung von Verbindungsoffizieren sowie verschiedene Formen maritimer Präsenz umfassen…….

mehr: https://www.auswaertiges-amt.de/blob/2380514/35e5c739e1c9a5c52b6469cfd1ffc72d/200901-indo-pazifik-leitlinien--1--data.pdf