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Kritik an unilateralen Sanktionen

Die Gruppe der 77 (G 77) ist ein loser Zusammenschluss von Staaten, die überwiegend zu den Dritte-Welt-Ländern gezählt werden.

Die Vereinigung wurde 1964 im Verlauf der ersten Welthandelskonferenz (UNCTAD) gegründet und hat mittlerweile 134 Mitglieder (Stand Mai 2015). Damit ist sie die nach Anzahl Ländern größte Gruppe innerhalb der Vereinten Nationen. Den Vorsitz hält immer für ein Jahr eines der Mitgliedsländer inne. Er stellt die höchste politische Ebene in der Organisationsstruktur der G 77 dar. Die Rotation erfolgt auf Regionalbasis zwischen Afrika, Asien/Pazifik und Lateinamerika & Karibik.

Aus dem losen Zusammenschluss folgt eine relativ schwache Institutionalisierung: Ein jährlich stattfindendes Ministertreffen in New York fasst die Grundsatzbeschlüsse, die von einem Koordinierungsausschuss an regionale Untergruppen in Genf, Nairobi, Paris, Rom und Wien weitergegeben werden.

China und die Gruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer (G77) haben gefordert, einseitige Sanktionen gegen arme Länder auszusetzen um die Corona-Pandemie einzudämmen.

5. April 2020 Frank bei Netzwerk Cuba

Die Erklärung der Schwellen- und Entwicklungsländer richtet sich eindeutig gegen die Vereinigten Staaten, die unter anderem eine Reihe von Sanktionen gegen Kuba, Venezuela und den Iran verhängt haben. Die US-Regierung weigert sich, diese Sanktionen auszusetzen, die es aktuell den betroffenen Ländern erschweren, medizinische Geräte zu kaufen. In einigen Fällen hat Washington sogar seine Strafen verschärft.

In der bei den Vereinten Nationen verteilten Erklärung wurde betont, dass solche Maßnahmen eine effektive Reaktion auf die Krise verhi ndern, vor allem beim Erwerb von medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterialien. „Letztendlich wirken sich diese Maßnahmen auch auf die Zusammenarbeit und Solidarität aus, das Wesentliche, das unter den Nationen herrschen muss.“

In der am Freitag veröffentlichten Erklärung warnte die Koalition der Entwicklungsländer weiter, dass einseitige Sanktionen die Fähigkeit der Zielländer beeinträchtigen, mit der hoch ansteckenden Krankheit umzugehen.

„Die 77-köpfige Gruppe und China sind der Ansicht, dass sich der Erlass und die Anwendung einseitiger wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen zu diesem Zeitpunkt negativ auf die Fähigkeit der Staaten auswirken werden, effizient zu reagieren, insbesondere beim Erwerb von medizinischer Ausrüstung und Versorgung, um ihre Bevölkerung angemessen zu behandeln angesichts dieser Pandemie. Letztendlich wirken sich diese Maßnahmen auch auf die wesentliche Zusammenarbeit und Solidarität aus, die zwischen den Nationen herrschen sollte“, heißt es in der Erklärung.  <hier die Erklärung -engl.- als pdf>

weiter: http://www.netzwerk-cuba.de/2020/04/g77-und-china-verurteilen-einseitigen-sanktionen/

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