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D.Deiseroth Whistleblowing in Zeiten von BSE

Dieter Deiseroth Whistleblowing in Zeiten von BSE Der Fall der Tierärztin Dr. Margrit Herbst Berlin 2001, 252 S., kart., 20,-€, 35,20 SFr ISBN 3-8305-0258-3


Der Begriff des "whistleblowing" (dt. "Alarmschlagen") kommt aus den USA, wo diese Form der Bürgerbeteiligung zum festen Bestandteil der politischen Kultur geworden ist. Whistleblower wenden sich aufgrund interner Kenntnisse gegen ungesetzliche, unlautere oder ethisch zweifelhafte Praktiken in ihrem Betrieb oder ihrer Dienststelle. Ihre Kritik erfolgt in aller Regel zunächst betriebsintern. Sie dringen auf Abhilfe und verweigern u. U. auch ihre weitere Mitwirkung an der kritisierten Praxis. Haben sie damit keinen Erfolg, tragen sie gege­benenfalls ihre Kritik nach außen. Im Mittelpunkt der vorliegenden Studie steht der Fall der Tierärztin Dr. Margrit Herbst. Er offenbart geradezu lehrstückhaft die Schwächen des Schut­zes von Whistleblowern in Deutschland. Zugleich entwickelt der Verfasser konkrete Vor­schläge zur Verbesserung dieses Schutzes vor unzumutbaren Existenzrisiken. Eine solche Verbesserung liegt nicht nur im Interesse der Betroffenen, sondern auch im wohlverstande­nen Eigeninteresse der Gesellschaft. -In einem Exkurs wird das vor kurzem in Kraft getrete­ne britische Whistleblowerschutzgesetz vorgestellt und dokumentiert. Die Studie wendet sich nicht nur an Juristen. Sie richtet sich an alle, denen am Herzen liegt, dass gerade auch im Arbeitsumfeld der Bürgerinnen und Bürger ein Klima der angstfreien diskursiven Offenheit herrscht. Denn wesentliche Voraussetzung für rationale Diskurse über technologische Risi­ken, Sicherheitsstandards, Verbraucherschutz etc. sind in einer demokratischen Gesellschaft informierte und verantwortungsbewusste Wortmeldungen gerade von "Insidern".

 

Dieter Deiseroth, Annegret Falter (Hrsg.) Whistleblower in der Steuerfahndung

Er war als Steuerfahnder am Finanzplatz Frankfurt am Main mit Ermittlungsverfahren gegen Großbanken befasst. Er wurde 2006 gegen seinen Willen von seinem Dienstherrn in den Ruhestand versetzt. Die Zwangspensionierung erfolgte auf der Grundlage eines psychiatrischen Gutachtens. Schmenger setzte sich zur Wehr.

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Dieter Deiseroth / Dietmar Göttling (Hrsg.) Der Fall Nikitin

Eine Dokumentation zur Verleihung des
Whistleblowerpreises 1999

Pittenhart 2000, 110 S., G. Emde Verlag
ISBN 3-923637-56-X


Das Thema "Whistleblowing" gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die spektakulüren Enthüllungen
des Beamten der Europäischen Union, Paul van Buitenen, die 1999 letztlich zum
Rücktritt der gesamten EU-Kommission unter Jacques Santer führten, haben die Öffentlichkeit
auf die bedeutende Funktion von Whistleblowern aufmerksam gemacht. Von
"Whistleblowing" spricht man vor allem dann, wenn Beschäftigte sich aus gemeinnützigen
Motiven gegen ungesetzliche, unlautere oder ethisch nicht vertretbare Praktiken in ihrem Arbeits-
und Wirkungsbereich wenden.
Am 12. November 1999 wurde zum ersten Mal in der Humboldt-Universität zu Berlin der
deutsche "Whistleblowerpreis" vergeben. Preisträger ist der ehemalige Kapitän der russischen
Marine, Alexander Nikitin aus St. Petersburg. Der Preisträger erhält die Auszeichnung
für seine Publikationen, in denen er u. a. auf verwahrloste Atommüllplätze der russischen
Nordmeerflotte in der Andrejew Bay, rund 45 km von der norwegischen Grenze entfernt,
aufmerksam gemacht hat. Dort soll in rostigen Behältern weithin ungesichert radioaktives
Material lagern.
Alexander Nikitin hat durch seine Veröffentlichungen Überlebensinteressen der Menschheit
über seine beruflichen und allgemeinen Loyalitätsbindungen gestellt und dabei erhebliche
Nachteile und Gefahren für seine persönliche und berufliche Karriere, für die eigene Freiheit
und sogar für das eigene Leben in Kauf genommen.
Der vorliegende Band dokumentiert - mit einem Geleitwort des Bundesverfassungsrichters
Dr. Jürgen Kühling - die Reden zur Preisverleihung, Auszüge der inkriminierten Veröffentlichungen,
Auszüge der Anklageschrift, das Urteil und Presseberichte.
In einem Nachwort äußert sich Rechtsanwalt Otto Jäckel über seine Erfahrungen als Beobachter
des Prozesses.

 

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