Dr. Liv Bode hat mit Beharrlichkeit und ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein versucht, den Verdacht der Kontamination von Blutplasma-Spenden mit infektiösen Bestandteilen von Bornavirus im Bereich der Infektionsforschung am Robert Koch- Institut einer Klärung näher zu bringen. Allein der Ausdauer und dem wissenschaftlichen Engagement von Liv Bode ist es zu verdanken, dass das öffentliche Interesse an dieser brisanten wissenschafts- und gesundheitspolitischen Frage geweckt wurde - und wach bleibt. In diesem Sinne ist sie eine echte Whistleblowerin.

   

Brigitte Heinisch war viele Jahre Altenpflegerin in einer Berliner Pflegeeinrichtung mit zirka 160 Pflegeplätzen. Sie konnte sich mit den dortigen Bedingungen bei der Pflege und Betreuung alter und hilfebedürftiger Menschen nicht abfinden. Sie entschloss sich deshalb zum Whistleblowing. Deswegen wurde sie gemaßregelt. Ihr Arbeitgeber sprach drei Entlassungen aus. Bis heute klagt sie dagegen vor den Arbeitsgerichten. Ihre Zivilcourage und ihr Standvermögen sind bewundernswert.

Nachtrag aus 2012:

Nachdem alle Instanzen der Arbeitsgerichtsbarkeit in Deutschland die Klage der fristlos entlassenen Whistleblowerin Brigitte Heinisch abgewiesen hatten und sie auch mit einer Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht keinen Erfolg hatte, rief sie den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg an, der über die Einhaltung der europäischen Menschenrechtskonvention seitens der Vertragsstaaten des Europarats wacht. Im Juli 2011 entschied dieser, dass Deutschland mit der durch die deutschen Gerichte erfolgten Abweisung der Kündigungsschutzklage von Frau Heinisch die Garantien der EMRK, insbesondere ihr Grundrecht der Meinungsäußerungsfreiheit (Art. 10 EMRK) verletzt habe und verurteilte Deutschland zur Zahlung einer Entschädigung. Damit wurde nach deutschem Recht ein Anspruch von Frau Heinisch auf Wiederaufnahme des Kündigungsschutzverfahrens begründet.

Das Wiederaufnahmeverfahren endete 2012 mit einem Vergleich.

 

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