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Am 28. Oktober 2015 wurden in Washington D.C. die Preisträger des Nuclear-Free Future Award 2015 bekanntgegeben. In der Kategorie "Lösung" erhielt ihn der amtierende Außenminister der Republik der Marshall-Inseln Tony de Brum für seinen lebenslangen Kampf um die Beseitigung der Strahlenschäden durch die US-Atomversuche und die Klagen gegen die Atommächte vor dem IGH aus dem Jahr 2014.

Hier aus der Begründung:

Senator Tony de Brum, Jahrgang 1945, amtierender Außenminister der Republik der Marshall-Inseln, zu denen auch die Atolle Bikini und Eniwetok gehören, war als kleiner Junge Augenzeuge, als 1954 die Castle Bravo-Bombe detonierte.

Sie ist die stärkste Atombombe, die jemals von den USA gezündet wurde – tausendmal gewaltiger als die Bombe von Hiroshima. Noch in 200 Meilen Entfernung erlebte der damals Neunjährige den lautlosen Blitz und die Kraft der Schockwelle. Von 1946 bis 1958 führten die USA auf den beiden Atollen insgesamt 67 Atombombentests durch, zum Teil oberirdisch, zum Teil unter Wasser. Das Bikini-Atoll wurde dadurch zu einem Symbol des nuklearen Schreckens. Tony de Brum hat den Großteil seines Lebens damit verbracht, für die Beseitigung der Strahlenschäden und die Entschädigung der Strahlenopfer auf den Marshall-Inseln zu kämpfen. Erst im April 2014 hat er vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag ein Verfahren gegen die neun Atomwaffenstaaten USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea eingeleitet, um sie wegen eklatanter Verletzungen des Völkerrechts zur Rechenschaft zu ziehen. Der Bann sämtlicher Atomwaffen und gleichzeitig der Kampf gegen die fortgesetzte Aufheizung der Erdatmosphäre sind seit Jahrzehnten die thematischen Felder, auf denen Tony de Brum unterwegs ist.

Ausführliches Porträt

 

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